Der Fotograf Tomas Wüthrich wuchs auf einem Bauernhof in Kerzers im Schweizer Kanton Freiburg auf. Als dieser aufgelöst werden muss, hält er die letzten zwölf Monate täglicher Arbeit seiner Eltern und die Momente der Aufgabe des Hofs mit der Kamera fest: die Unterschrift des Vertrags mit dem neuen Pächter, den Abtransport der Kühe, das letzte grosse Aufräumen im leeren Stall. Entstanden sind Bilder von einer Nähe, wie sie nur selten zu sehen sind. Seine schwarz-weissen Fotografien zeigen ein individuelles Schicksal, das stellvertretend für das kollektive Bauernsterben und den tiefgreifenden Wandel steht, in dem sich die Landwirtschaft in der Schweiz schon seit vielen Jahren befindet. Das Buch zeigt eine sorgfältige Auswahl und Anordnung von 73 Fotografien.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.02.2021
Rezensentin Sieglinde Geisel ist tief beeindruckt von Tomas Wüthrichs Fotodokumentation des Bauernsterbens in der Schweiz. Die persönliche Note (die Abgebildeten zeigen Wüthrichs Eltern bei der Arbeit auf ihrem Hof) und der indirekte, von Auslassungen geprägte, ungeschönte Blick auf Stall und Vieh scheinen Geisel maßgeblich für diese Eindrücklichkeit. Die Verbundenheit mit den Tieren, aber auch die Ineffizienz der traditionellen Bauernarbeit werden für Geisel deutlich. Hilfreich scheinen ihr die Legenden zu den Abbildungen. Ein Buch von andauernder Aktualität, findet sie.
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