Mit Textbeiträgen in Deutsch und Englisch von Gunter Rambow, Martha Cooper, und Jens Uthoff. Die in "Copines" versammelten Fotografien entstanden zwischen 2010 und 2017 in Sofia und Perpignan. Im ersten Teil begleitet und porträtiert Rolle Menschen in Fakulteta, einer der größten Roma-Siedlungen in Bulgarien.
Im zweiten Teil dokumentiert er Graffiti in St. Jacques, einem Stadtteil von Perpignan, Südfrankreich. Freundschaften und Liebesbeziehungen werden hier in wiederkehrenden Listen verewigt, so entstehen Register von "Couples" und "Copines".
Rezensentin Brigitte Werneburg durchblättert diesen Band mit Fotos aus den Roma-Vierteln in Sofia und Perpignan mit Interesse. Die Schwarzweiß-Bilder gefallen ihr, sie zeigen etwas vom Leben der Roma, denen mit klassischen Porträts auch Raum zur Selbstinszenierung gegeben wird. Aber am Ende findet sie den Band doch nicht legitim, weil der Fotograf, der Kasseler Künstler Rolle, kein Rom ist, sondern von außen kommt. Dass diese Haltung jeden künstlerischen oder dokumentarischen Blick über den eigenen Tellerrand diskreditiert, kommt ihr nicht in den Sinn. Sie würde Rolles Bilder nur gelten lassen, wenn diese zusammen mit den Tonaufnahmen, die Rolle ebenfalls in den Vierteln gemacht hat, veröffentlicht würden. Dann wär's Etnografie und für sie in Ordnung.
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