Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling und Matthias Göritz. Mit einem Nachwort von Marjorie Perloff und Fotografien.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.08.2010
Rae Armantrouts Gedichtband hat Nico Bleutge überwiegend sehr gefallen, und er findet auch die Übersetzung durch Uda Strätling und Matthias Göritz fast durchweg geglückt. Die amerikanische Lyrikerin folgt, wenn man dem Rezensenten glauben darf, in asketischer Konzentration, ihren poetischen Denkbewegungen, ist aber durchaus offen für unsentimentale Erinnerungen und lässt sich dabei ihre Lust an der Sprache anmerken. Schlichte Sprachspielerei oder "müde Sprachskepsis" ist nicht ihre Sache, stellt Bleutge zufrieden fest, und er hat so manches Gedicht gefunden, in dem "Anschauung, Erinnerung und Gedanke" zu einem großartig intensiven Bild zusammenfinden. Überraschend findet der Rezensent die mühelose Mixtur aus verschiedenen Sprachmaterialien, vom Alltagsjargon bis zu Fachsprachen, die er im von Uda Strätling und Matthias Göritz zudem sehr gut übersetzt sieht. Nur wenn die Originale ins Beliebige zu kippen drohen oder allzu sehr auf Metaphern herumgeritten wird, lassen auch die Übersetzungen ein wenig nach, muss der ansonsten sehr eingenommene Bleutge zugeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2010
Tobias Döring fühlt sich angesprochen von dieser Gedichtauswahl. Was die die Traditionslinie der "Language Poets" lustvoll kreuzende amerikanische Lyrikerin Rae Armantrout im vergangenen Jahrzehnt gedichtet hat, kann Döring hier kennenlernen. Die Texte sieht er zwischen Prosa und Lyrik angesiedelt, das Bekenntnis zum Spielerischen mit der Unverfügbarkeit der Wörter spürt er in jedem Vers. Besonders ergiebig findet der Rezensent die zweisprachige Anlage des Bandes. Die beiden Übersetzer scheinen ihm eigenwillig genug zu verfahren, um den Leser selbst produktiv werden zu lassen und die Sinnwerdung der Wörter in beiden Sprachen zu verfolgen und miteinander zu vergleichen. Wenn das für Döring auch nicht immer ganz ohne Kopfschütteln abgeht, bei geduldiger Lektüre, meint er, ist es allemal "antörnend".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2010
Die in Amerika wohlbekannte und hierzulande noch viel zu wenig beachtete Lyrikerin Rae Armantrout kann man jetzt in einem zweisprachigen Auswahlband entdecken, freut sich Thomas Leuchtenmüller. Die Gedichte geben einen Eindruck von der Verfahrensweise der Autorin, die offene und improvisierende Formen verwendet und ihre Gedichte aus Collagen und Reihungen konstruiert, wie der Rezensent beschreibt. Angetan hat es ihm ganz offensichtlich die alltägliche Sprache mit Versatzstücken aus Fernsehen, Film oder Werbung, mit der die Lyrikerin ihre zugleich pointierten wie in der Schwebe bleibenden Erfahrungen und Gedanken festhält. Dabei finden die Übersetzungen ins Deutsche durch Uda Strätling und Matthias Göritz Leuchtenmüllers uneingeschränkte Zustimmung.
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