Published on the occasion of the exhibition at Tate Gallery, Liverpool, 2004 and Museum Moderner Kunst, Stiftung Ludwig, Wien, 2004. Mit texten von John C. Welchman, Christoph Grunenberg und anderen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.12.2004
Ob Daniel Kothenschulte 1993 im Gemeente Museum von Sonsbeck die berühmt gewordene Ausstellung "The Uncanny" des Neo-Konzeptualisten Mike Kelley selber gesehen hat, darüber lässt unser Rezensent den Leser im Ungewissen. Dafür kann er nun auf die aktuelle Rekonstruktion dieser Ausstellung in Wien und London verweisen, ebenso wie auf die Rekonstruktion des Katalogs, der, ohne dass Kothenschulte diesbezüglich böse wäre, diesmal in Farbe und im Großformat erscheint. Was war das Besondere an "The Uncanny"? Nicht so sehr die Idee, meint Kothenschulte, einen Gastkurator den Museumsbestand "aufmischen und gehörig dekontextualisieren zu lassen", das sei damals gang und gäbe gewesen; verblüffend sei vielmehr das Gegenüberstellen von Monstrositäten aus medizinhistorischen Sammlungen mit scheinbar vertrauten oder banalen Objekten und Personen: Schaufensterpuppen, Bauchrednerfiguren, einem Andy-Warhol- Double. Bei all dem geht es um Dinge, es uns ebenso vertraut wie unheimlich zugleich sind; sie kämen nicht alle unbedingt schrill oder auffallend daher, sondern manchmal auch "schön unheimlich". Im Gegensatz zum ersten Katalog sei der neue um eine weitere Variante der zeitgenössischen Skulptur bereichert, berichtet Kothenschulte: farbige figurative Skulpturen in der Tradition Madame Tussauds.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…