"Höchste Zeit, etwas gegen den Gesundheitswahn zu tun!", fand der Psychologe Manfred Lütz. Er feuert satirische Breitseiten auf das übertriebene Streben nach Hyper-Fitness, ein Alter ohne Falten und die künstliche Selbstkasteiung beim Essen. Die verbissenen Apostel des gesunden Lebens werden an diesem Buch zu kauen haben, ebenso die Halbgötter in Weiß. Lütz kämpft einfach für mehr Lebenslust.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2002
So begeistert wie über Martin Lütz' Buch ist Rezensent Klaus Berger nach eigenem Bekunden selten gewesen: "Es kommt nicht häufig vor, dass ich bei der Lektüre eines Buches aufstehe und meine Frau in ihrem Arbeitszimmer aufsuche, um ihr ein paar Passagen vorzulesen, die mit Sicherheit ein lebensförderndes Lachen hervorbringen." Ein schönes Kompliment für ein Buch (aber natürlich auch an die Frau). Besonders gefällt dem Rezensenten, dass Manfred Lütz in satirischem Ton und mit viel Witz schildere, was für den Religionswissenschaftler eine durchaus ernstzunehmende Angelegenheit sei: Die Steigerung des Gesundheitskults in eine säkularisierte Form von Religion: So enthalte die Chefarztvisite inzwischen alle Elemente einer klassischen Prozession, die Rituale des Pillenschluckens erinnerten an klösterliche Speiseregeln und Klinken gerieten zu Kathedralen. Aber auch die ernsthafteren Passagen des Buches zu Behinderungen, den Umgang mit Leiden und Tod sowie den klassischen Quellen der Lebenslust haben Berger nahezu restlos überzeugt.
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