Jakob wird fünfzig und hat keine Lust zu feiern. Was denn auch: das Alleinsein? Die berufliche Bedeutungslosigkeit? Das endgültige Ende aller Aufbrüche? Doch dann geht er hinein in diesen Tag, und wie von Zauberhand geführt begegnen ihm die Menschen seines Lebens, die er an die Zeit verloren glaubte,
Auch mit 50 muss man sich noch den jugendlichen "Bambiblick ins Offene" bewahren und so tun, als wäre alles voller Leichtigkeit, auch wenn man eigentlich eher vom Zynismus in die Weinerlichkeit fällt und wieder zurück. So auch Lucy Frickes Protagonist Jakob, an dessen 50. Geburtstag der Roman spielt, hält Rezensent Adam Soboczynski fest. Mit "menschenfreundlicher Komik" schildert Fricke das Leben eines Mannes, der ein ganz normales Leben führt, ohne besondere Highlights - und mit einem schönen erzählerischen Kniff, denn an diesem Tag begegnet Jakob von Kindheitsfreunden bis früheren Partnerinnen allen möglichen Leuten, die für sein Leben bedeutend waren, so Soboczynski. Mehr möchte er auch gar nicht verraten, außer dass es ein Liebesroman ist, ziemlich weise und wunderbar lustig, was nicht nur an Frickes Talent für Slapstick liege.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.11.2024
Ihr großes Talent, "schwere Themen" mit Leichtigkeit zu behandeln, ohne sie ins Lächerliche zu ziehen, hat Lucy Fricke bereits mit ihrem Bestseller "Töchter" bewiesen, nun tut sie es wieder, mit "Das Fest", freut sich Rezensentin Ursula März. Und Fricke gelingt noch etwas, das gerade in der Gegenwartsliteratur Seltenheitswert hat, erklärt die März: Sie erzähle glaubhaft und anregend von Optimismus, von Hoffnung, und diese Hoffnung erwachse nicht etwa aus beruflichen oder politischen Erfolgen, sondern aus der bewussten Rückschau auf die Beziehungen, die einen Menschen geborgen und geformt haben. Dieser Mensch heißt in Frickes Roman Jakob, er wird fünfzig und verspricht sich von der Zukunft nicht mehr viel. Sein Leben stagniert, seine Vergangenheit betrachtet er als eine Reihe von "Verlusten und Niederlagen", bis seine Jugendfreundin Ellen seine Haltung zur Zukunft zurechtrückt. Fricke erzählt davon mit viel Einfühlungsvermögen und gerade der rechten Portion Ironie, sodass ihr unterhaltsamer wie lebenskluger Roman vor Sentimentalität gefeit ist, lobt die angeregte Rezensentin.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…