Aus dem Englischen von Bernhard Robben. 1978: John Lennon flieht aus New York, um auf sein Inselchen vor der irischen Westküste zu fahren, das er neun Jahre zuvor gekauft hat. Zurück lässt er Gedanken an den drohenden 40. Geburtstag, eine tiefe Schaffenskrise und die quälende Erinnerung an seine Eltern. Nur drei Tage in beruhigender Einsamkeit verbringen - mehr verlangt er gar nicht. Doch als er sich in die Hände eines mit viel irischem Charme und Schrulligkeit ausgestatteten Chauffeurs begibt, beginnt eine hindernisreiche Magical Mystery Tour. "Beatlebone" führt einen in jeder Hinsicht an die Grenzen - der westlichen Welt, der geistigen Gesundheit, des Ruhms, der Worte. Und, nicht zuletzt, an die des Romans, dorthin, wo er auf seine Doppelgängerin trifft, die Autobiografie. Denn diese Erzählung aus dem Kopf eines der größten Popgiganten des 20. Jahrhunderts wird unversehens zu einer Meditation über den kreativen Prozess im allgemeinen, über die verblüffende Verbindung von Autor und Figur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2021
Rezensent Wolfgang Schneider geht mit Kevin Barry und seinem Lennon-Roman auf eine psychedelische Reise. Nein, ein Biopic oder Doku-Fiction ist das nicht, warnt Schneider. Vergleiche zu Joyce fallen ihm ein angesichts von Barrys Beschreibungskunst und den treffenden Bildern im Text. Weniger überzeugend findet er die bedeutungshudelnde Absatzseligkeit des Autors. Die Handlung, obgleich nicht so wichtig, wie Schneider meint, dreht sich um John Lennons Bekanntschaft mit der Urschreitheorie, die er auf seiner eigenen westirischen Insel ausagiert. Wie Barry den Beatle zeichnet, geschlagen mit allerhand Kindheitstraumata, intellektuell schillernd und fluchend, findet Schneider eigentlich recht amüsant.
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