Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2000
Als den wichtigsten zeitgenössischen Lyriker Israels preist Kurt Kreiler Jehuda Amichai, dessen "Jerusalem-Gedichten" die Übersetzer Lydia und Paulus Böhmer "kongenial Stimme verliehen" haben. Der vorliegende Gedichtband handele von der Stadt Jerusalem, die dem Autor geteilt fast lieber war als heute, so sehr er auch weiß, daß sie sich nicht teilen läßt. Aber der Gedichtband ist "kein poetischer Reiseführer", warnt Kreiler, mit dem sich das heutige Jerusalem durchstreifen lasse. Die Stadt diene als Mantel, als zweite Haut, die sich der Autor überstreife, um die verschiedenen Aggregatzustände dieses historischen und kulturellen Urgesteins sichtbar werden zu lassen.
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