Heute glaubt niemand mehr, dass es unseren Kindern mal besser gehen wird. Muss das so sein? Muss es nicht! Der Soziologe und erprobte Zukunftsarchitekt Harald Welzer entwirft uns eine gute, eine mögliche Zukunft. Anstatt nur zu kritisieren oder zu lamentieren, macht er sich Gedanken, wie eine gute Zukunft aussehen könnte: In realistischen Szenarien skizziert er konkrete Zukunftsbilder u.a. in den Bereichen Arbeit, Mobilität, Digitalisierung, Leben in der Stadt, Wirtschaften, Umgang mit Migration usw. Erfrischend und Mut machend zeigt Welzer: Die vielbeschworene "Alternativlosigkeit" ist in Wahrheit nur Phantasielosigkeit. Wir haben auch schon viel erreicht, auf das man aufbauen kann. Es ist nur vergessen worden beziehungsweise von andere Prioritäten verdrängt. Es kann tatsächlich alles anders sein. Man braucht nur eine Vorstellung davon, wie es sein sollte. Und man muss es machen. Die Belohnung: eine lebenswerte Zukunft, auf die wir uns freuen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2019
Rezensent Oliver Jungen ist sich nicht sicher, ob Harald Welzers Buch wirklich nottut. Einerseits findet er Welzers Klage über den Neoliberalismus und sein optimistisches Plädoyer für nachhaltiges Leben richtig, andererseits nerven ihn Welzers prophetischer Übereifer, seine Rechthaberei und seine Humorlosigkeit so sehr, dass er sich über jeden kleinen Widerspruch im Buch freut. Von anderen Weltverbesserungsbüchern unterscheidet sich der Band höchstens durch Welzers "rentnerhaftes" Meckern über die Digitalisierung, stellt Jungen betrübt fest.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.04.2019
Cord Aschenbrenner holt sich beim Sozialpsychologen Harald Welzer Trost. Dass eine andere Welt möglich ist, scheint ihm der Autor glaubhaft machen zu können. Den von Welzer in seinem Buch vorgeschlagenen Weg der individuellen kleinen Schritte, kennt Aschenbrenner zwar schon (Think globally, act locally). Welzers alltagssprachlich gefasstes Plädoyer für mehr Empathie und Solidarität und für eine "modulare Revolution" findet er dennoch bedenkenswert. Ein mal radikal polemisches, mal durchaus versöhnliches, die Errungenschaften des Kapitalismus anerkennendes Buch, Utopie und praktisches Handbuch in einem, so Aschenbrenner.
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