Ihre Rituale sind ebenso brutal wie sinnfrei: Drei Jugendliche, die vor der Stumpfsinnigkeit ihres Daseins fliehen, wenden all ihre Aggressionen gegen Rocko, einen Obdachlosen, der ihnen als Punchingball für alle Lebenslagen dient. Rocko wiederum erträgt langmütig alle Misshandlungen - seine Sehnsucht gilt seinem früheren Leben und seiner ihm entwachsenen Tochter, die mit dem Vater nichts zu tun haben will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2015
Warm ums Herz ist Rezensent Martin Lhotzky während der Lektüre von Harald Darers neuem Roman "Herzkörper" zwar nicht gerade geworden, dennoch hat er dieses Buch in einem Atemzug gelesen. Einmal mehr begegnen ihm hier veritable Verlierertypen, der Stadtstreicher Rocko etwa, der seine Tochter nicht mehr sehen darf und gelegentlich von den drei halbstarken Schulfreunden Andi, Boro und Chris angezündet oder bepinkelt wird. "Derb" erscheint dem Kritiker auch Darers von Austriazismen durchzogener Erzählton. Denjenigen, die sich an so viel Tristesse nicht stören, kann der Rezensent dieses Buch aber durchaus empfehlen.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…