Das Leben Ernst Reuters, der zentralen politischen Figur im Berlin der Blockadezeit der frühen fünfziger Jahre, schildert David E. Barclay in seiner Biographie. Es ist zu gleich ein Buch über die großen Auseinandersetzungen des zwanzigsten Jahrhunderts, die sich in diesem Leben spiegeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2000
Henning Köhler zeigt sich besonders deswegen recht angetan von diesem Buch, weil der Autor seiner Ansicht nach jeglichen "Kult" um Ernst Reuter vermeidet und sich "seinem Gegenstand auf wohltuend nüchterne Art nähert". Besonders deutlich werde in dieser Biografie, wie sehr Reuter in frühen Jahren vom Neukantianismus Hermann Cohens und seiner Distanz zu Marx geprägt wurde. Diesen Einfluss sieht Barclay, wie der Rezensent - offenbar zustimmend - anmerkt, nicht zuletzt in Reuters bedeutenden Reden während der Berlin-Blockade wiedergespiegelt. Sein Appell an die Berliner Bevölkerung, Freiheit und Selbstbestimmung nicht aufzugeben, habe die "freie Welt" moralisch geradezu dazu verpflichtet, Hilfe zu leisten und die "Auseinandersetzung durchzustehen". Reuters Lebensstationen sieht der Rezensent - abgesehen von den Jahren nach 1953 - detailliert genug nachgezeichnet und weist darauf hin, dass Barclay auch bisher unbekannte Quellen für seine Recherchen herangezogen hat. Insgesamt erschließt die Lektüre dieser Biografie den "Zugang zu einer legendär gewordenen Persönlichkeit (...), die gleichermaßen intellektuelle Brillanz wie politisches Können verkörpert", so das Fazit des Rezensenten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.05.2000
Hans Jochen Vogel, von 1981-83 selbst Regierender Bürgermeister von Berlin, zeigt sich ausgesprochen angetan von diesem Buch. Nicht nur, dass es geeignet sei, der verblassenden Erinnerung an Ernst Reuter etwas entgegenzusetzen. Vogel betont die "beeindruckende Akribie", mit der der Autor vorgegangen ist, und dass hier so manche Quelle erstmals ausgewertet worden ist. Darüber hinaus sei es dem Autor hervorragend gelungen, Reuters Lebenslauf und seine politische Entwicklung nachvollziehbar zu beschreiben. Besonders gefällt Vogel auch die Darstellung von Persönlichkeiten, denen Reuter in seinem Leben begegnet ist. Dies lese sich nicht nur "fast wie das Inhaltsverzeichnis eines biografischen Kompendiums der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts", sondern beeindrucke dank der plastischen Darstellung vor allem dadurch, dass es Reuter und sein politisches Handeln im zeithistorischen Kontext fassbar mache. Darüber hinaus zeigt dieses Buch nach Vogels Ansicht, wie sehr manche von Reuters Ansichten, beispielsweise über "die Großstadt der Zukunft" auch heute von Relevanz sind.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…