Aus dem Amerikanischen von Marlene Fleißig, Violeta Topalova, Franka Reinhart und Oliver Lingner. Im ersten Teil ihrer Autobiografie erzählt Cher von ihrem Aufstieg: von der Backgroundsängerin im Studio von Phil Spector über ihren Durchbruch mit Sonny bis zum Lounge-Act in Las Vegas, aus dem die Fernsehshow geboren wurde, die sie in Amerikas Wohnzimmer brachte, sie zur Modeikone und Sonny & Cher unvergesslich werden ließ. Doch der Ruhm veränderte ihre Beziehung, Cher entwickelte sich von der blauäugigen Teenagerin zur erwachsenen Frau. Sie begann, für sich einzutreten, sich Sonnys Kontrolle zu entziehen, und erkannte, dass die Dinge nicht so waren, wie sie schienen. Sie riskierte viel, sorgte für Schlagzeilen, verliebte sich - zuerst in David Geffen, der ihr die Augen öffnete und sich dann um ihre Familie kümmerte, später in Gregg Allman. Immer kämpfte Cher darum, ihren eigenen Weg zu gehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.03.2025
Drei Wochen stand der 500 Seiten umfassende erste Teil von Chers Autobiografie auf Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste und Rezensent Joachim Hentschel versteht nach der Lektüre warum: Nicht nur, weil die bald 79-jährige Sängerin noch immer ein absoluter Mega-Star ist, sondern weil die ihr eigene Offenheit auch dieses Buch auszeichnet. Der Kritiker liest hier nicht nur von Fehlgeburten, Annäherungsversuchen von Männern oder Misserfolgen, sondern auch von der frühen Emanzipation des Popstars durch die Musik. Dass die Jugendjahre keine "dröge" Lektüre sind, liegt nicht zuletzt an Chers Mutter, die mit ihren viele Affären und ihrem großen Selbstbewusstsein für Hentschel zur "eigentlichen Heldin" des Buches wird. Der Kritiker liest all das mit Spannung, dennoch wundert er sich, dass hier nicht nur zeithistorischer Hintergrund, sondern auch Passagen über Chers Kunst, oder ihre biografischen Wurzeln in der Kultur der Cherokee fehlen. Eine Leseempfehlung spricht er dennoch aus.
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