Als das, was die Schiffe und ihre Geschicke lenkt, verehrte man in der Antike fortuna gubernatrix: die Glücksgöttin am Ruder. Sobald ihr aber die Renaissance auch Insignien wie geblähte Segel und fallende Würfel verlieh, war die alte Schicksalsgottheit zur Galionsfigur neuzeitlicher Handels- und Entdeckungskunst geworden. Nun versinnbildlichte sie nautische Technologien und das Wissen um Zufall und Chance. Und fortan wurde fortuna di mare zum Terminus technicus für all jene Seegefahren, die einzukalkulieren aktives 'Risikohandeln' meint. In dieser Doppelperspektive von Bild und Begriff, Metapher und Medium erschließt die Studie das Meer als ein offenes Experimentierfeld zwischen Technik und Poetik, als einen Horizont unterschiedlichster Passagen zwischen Seefahrt und Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.02.2014
Burkhard Wolfs Habilitationsschrift "Fortuna die mare", in der er die vielen Fäden zwischen Literatur und Seefahrt aufzudröseln versucht, ist zwar in jener hochelaborierten Sprache geschrieben, die sich das deutsche Universitätswesen antut, dennoch ist sie so spannend, dass Rezensent Florian Welle ihr mehr Leser wünscht als ein paar versprengte Literaturwissenschaftler. Von Homers "Odyssee" bis zu den modernen Seefahrerromanen eines Melville oder Conrad schildert Wolf vor allem den Zusammenhang zwischen technischer Entwicklung und den Veränderungen des Themas in der Literaturwelt: während der Handel eine "Geschichte unablässiger Risikominimierung" forderte, blieb das Meer in der Literatur allerdings zumeist der "Ort des Unwägbaren schlechthin", erklärt der Rezensent.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…