Magazinrundschau - Archiv

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2 Presseschau-Absätze

Magazinrundschau vom 18.08.2026 - ČT Art

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Erika Zlamalová unterhält sich mit dem slowakischen Schriftsteller Michal Hvorecký über allgemeine Bedrohungen der Demokratie und wie in heutigen Zeiten Widerstand aussehen kann. Hvorecký, der auch Autoren wie W. G. Sebald oder Robert Walser übersetzt hat, hat sein neues Buch "Dissident" erstmals direkt auf Deutsch geschrieben. Er schildert darin seine Erlebnisse von 1989 bis zum Herbst 2025, wie sich die Gesellschaft in der Slowakei und in Osteuropa radikalisiert hat und wie es dazu kam, dass die rechtspopulistische Kulturministerin Martina Šimkovičová ihn anzeigte. (Hvorecký hatte sie als "Neofaschistin" bezeichnet.) Das Deutsche habe es ihm ermöglicht, Distanz zu dem Thema zu gewinnen, meint Hvorecký. Er selbst betrachte sich nicht als Dissidenten, möchte jedoch diesen Begriff wieder in die öffentliche Debatte einbringen: "Dissidenten gehören nicht nur in die Ära des Kalten Krieges. Der Begriff ist aktuell. (…) Widerstand muss heute innovativ sein und auch Menschen ansprechen, die kaum noch Vertrauen haben. Manchmal ist das eine geradezu übermenschliche Aufgabe. Die Botschaft meines Buches lautet, dass jeder von uns etwas tun kann, um Freiheit und Demokratie zu stärken. Als Bürger haben wir immer noch große Macht. Im 21. Jahrhundert ist es an der Zeit, über eine neue Form des Dissenses zu sprechen. Auch Péter Magyar ist für mich ein Beispiel für jemanden, der aus dem Dissens innerhalb seiner Partei hervorging und einen politischen Kampf im digitalen Zeitalter führte - einer Zeit, in der die Algorithmen sozialer Netzwerke ebenfalls zu Feinden der Demokratie geworden sind. In meinem Buch erwähne ich slowakische Beispiele für einen neuen Dissens und erinnere daran, dass wir in Mitteleuropa über ein kostbares Erbe verfügen: Superhelden ihrer Zeit wie Wassyl Stus, Václav Havel, Adam Michnik, Jacek Kuroń und andere - darunter auch viele Dissidentinnen, an die heute endlich viel stärker erinnert wird." Noch sei die Slowakei eine parlamentarische Demokratie - wenn auch eine deutlich geschwächte -, und Hvorecký ist zuversichtlich, dass die derzeitige Regierung wieder abgewählt werde. "Das Land hat Besseres verdient als hasserfüllte Barbaren wie Fico und Šimkovičová. Man muss keine Angst vor ihnen haben, auch wenn sie selbst nichts anderes können, als Angst zu verbreiten. Mit Mut können wir sie abwählen und eine neue Ära einleiten. Lassen wir uns von Ungarn und Polen inspirieren. Ich bin überzeugt, dass auch junge Frauen den Wandel herbeiführen werden."

Magazinrundschau vom 15.06.2021 - ČT Art


In seinem Nachruf auf die auch in Deutschland beliebte Schauspielerin Libuše Šafránková warnt der tschechische Journalist Josef Chuchma davor, die Schauspielerin auf ihre berühmte Aschenbrödel-Rolle zu reduzieren, und erinnert vor allem an ihre Theatertätigkeit, zumal in den schwierigen, eingeschränkten Zeiten der kommunistischen Normalisierung. "Šafránková konnte ihren Rollen etwas sehr Persönliches aufdrücken, das mit ihrem Wesen zu tun hatte, aber gleichzeitig blieben ihre Figuren 'auf dem Boden' einer allgemeineren Erfahrung. Nämlich der Erfahrung einer patriarchalisch geordneten Welt, in der Frauen ihren Stolz und ihre Würde mit Raffiniertheit statt mit Stärke verteidigen müssen." In den Nachwendezeiten habe sie sich mehr und mehr zurückgezogen, Schnelligkeit und Boulevardunterhaltung waren ihre Sache nicht.