Heute in den FeuilletonsPressestellenhafte Hauptsatzrealitätvom 22.02.2012Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2012Die Spanier bekommen Angst, beobachtet der Schriftsteller Antonio Orejudo nach der Absetzung des mutigen Baltasar Garzon. Und zwar echte Angst: "Sicher ist allein, dass die Krise selbst sich verändert hat: In Spanien entwickelte sie sich von einer wirtschaftlichen zu einer politischen und gesellschaftlichen Krise. Nachdem sie Jobs, Reichtum und Arbeitsrechte zugrunde gerichtet hat, korrodiert sie jetzt auch das Netz der staatlichen Institutionen. Die Hintertüre - jene Tür, durch welche der Populismus sich einzuschleichen pflegt - ist nur noch angelehnt." Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Der Tagesspiegel, 22.02.2012Einen interessanten Einblick in die Technik journalistischen Internetbashings liefert Marc Kalpidis im Tagesspiegel. Überschrieben ist sein Artikel: "Kritikwelle im Netz - Volkssport Gauck-Bashing". Und verlässt sich darauf, dass die Botschaft geschluckt ist, bevor er die erste Quelle zitiert, eine Zeitung! "Selbst Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele fragt sich in der Frankfurter Rundschau, wie Gauck angesichts der allgemeinen Klage gegen Übermacht und Machtmissbrauch des Finanzsystems 'den Protest dagegen auf der Straße 'unsäglich albern' nennen' könne." Stimmt natürlich: Auch eine Zeitung ist im Grunde nur eine gedruckte Internetdatei. Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Die Tageszeitung, 22.02.2012Auf der Meinungsseite liest Klaus Hillenbrand seinen Kollegen, die gestern die halbe taz mit ihrem Genöle gegen Joachim Gauck vollgeschrieben haben, kräftig die Leviten: "Kaum also ist Gauck für das höchste Staatsamt gekürt, tut die linke Szene das, was sie am besten kann: Sie ist beleidigt." Dabei sollte sie sich freuen, der mann kann etwas Wichtiges: "Gauck kann streiten. Das sollte man nicht mit Spalten verwechseln. Anstatt den Mann zu fürchten und ihn schon vor seiner Amtseinführung zum Beelzebub im Priesterrock zu erklären, sollten wir uns auf diesen Streit freuen. Gauck ist befähigt, etwas weniger schnarchsackschlafmützige Reden zu halten als diverse seiner Vorgänger. Das wäre schon ein großer Fortschritt in einem Land, das am liebsten in Harmoniesoße kocht." Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Die Welt, 22.02.2012Rundherum gelungen findet Hans-Joachim Müller die neue Städel-Sektion für Gegenwartskunst: "Die Städel-Gegenwart ist vor allem, Ernst Jünger hätte gesagt, verwehte Gegenwart. Neo Rauch mit einem wunderbaren Ensemble aus seinen Anfangsjahren. Baselitz und Schoenebeck, wie sie mit Aplomb in den späten 60ern antraten. Lüpertz mit den 'Ziegel'-Bildern, die seine Karriere begründet haben. Polke von 1979, Palermo von 1970, Hoedicke von 1964. Der Charakter bedachter Retrospektive fällt gleich auf und nimmt durchaus ein für Wahl und Auswahl. Was keineswegs heißt, dass nicht auch Künstler wie Michael Beutler oder John Armleder aufgeboten wären, In-situ-Installationen mit der frischen Jahreszahl 2012 zu schaffen." Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Aus den Blogs, 22.02.2012(Via Sascha Lobo) Patrick Breitenbach hat in einem höchst verdienstvollen Blogbeitrag herausgefieselt, was Gauck wirklich sagte, etwa über Sarrazin: "Zum einen hat Gauck das Buch von Sarrazin nicht gelesen, er distanziert sich auch ausdrücklich von seinen Inhalten, die er über die öffentliche Debatte mitbekommen hat, vor allem in Bezug der biologischen Kausalzusammenhänge. Gleichzeitig nennt er die Ansprache des Themas durch Sarrazin und den damit verbundenen Problemen und den Ängsten bei den Menschen mutig, mutiger jedenfalls als das Thema durch 'Political Correctness' zu übertünchen... Mut also für den Tabubruch, nicht für seine inhaltlichen Thesen." Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Spiegel Online, 22.02.2012Sascha Lobo kommentiert bei Spiegel Online die böswilligen Verkürzungen von Gauck-Zitaten in Medien und im Netz. Entfalten solche Techniken Wirkung, dann "bliebe dem risikoaversen Politiker nur eine rundgelutschte, pressestellenhafte Hauptsatzrealität übrig - bloß kein falsch verstehbarer Nebensatz! - eine Entwicklung, die sich schon länger beobachten lässt." Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 22.02.2012Reines Rezensionsfeuilleton heute. Besprochen werden u.a. eine CD des Rappers Haftbefehl, eine Ausstellung des New Yorker Künstlers Condo in der Frankfurter Schirn, ein Abend mit Helge Schneider in der Frankfurter Oper, ein Konzert Christian Thielemanns und der Staatskapelle Dresden in Baden-Baden, und António Lobo Antunes' Roman "An den Flüssen die strömen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr). Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Süddeutsche Zeitung, 22.02.2012Zwei Artikel befassen sich mit Joachim Gauck als Redner: Gustav Seibt etwa weiß, wie es dazu kam, dass die alte, katholisch geprägte Bundesrepublik nach der Wende zu einer Republik evangelischer Politiker und Repräsentanten wurde: "Das Amtscharisma des evangelischen Pfarrers wiegt leichter als das seines katholischen Kollegen, der vorrangig Verwalter von Sakramenten ist. Der evangelische Pfarrer ist eben vor allem Prediger, also Redner." Als solchen Redner aus dem Geiste der evangelischen Pfarramtsausübung sieht auch der Historiker Eckart Conze den künftigen Bundespräsidenten auf uns zukommen und legt Gauck schon mal einen Katalog mit historischen Gedenk- und Jubiläumstagen vor, zu denen dieser in den kommenden fünf Jahren Reden halten könnte. Neue Zürcher Zeitung | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Die Welt | Aus den Blogs | Spiegel Online | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2012Deutschland hat ein gravierendes Problem mit dem Analphabetismus, weigert sich aber es wahrzunehmen, schreibt Regina Mönch nach Lektüre eines Berichts der Professorin Anke Grotlüschen, die herausgefunden hat dass 7,5 Millionen Deutsche zumindest "funktionale" Analphabeten sind und weitere 13 Millionen kaum in der Lage auch nur einfache Wörter fehlerfrei zu schreiben: "Alle haben die deutsche Schule durchlaufen, weit mehr als die Hälfte der Analphabeten sind deutsche Muttersprachler. Jeder zweite besitzt einen Hauptschulabschluss, einem Fünftel wurde gar die mittlere Reife attestiert - für Fähigkeiten, die sie nie hatten; und mehr als die Hälfte hat sogar Arbeit." | |