Heute in den FeuilletonsUnd die Emotionen suchen blindvom 27.01.2012Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2012"1991 haben wir uns vom Kommunismus befreit, doch wir schafften es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt der russische Schriftsteller Michail Schischkin in einem schweren Anflug von Resignation: "Das Problem Russlands liegt nicht darin, dass es bei den letzten Wahlen Unregelmäßigkeiten gab, sondern darin, dass, auch wenn die Wahlen ohne Unregelmäßigkeiten durchgeführt worden wären, trotzdem die Partei Putins gesiegt hätte. Das bestreitet nicht einmal die Opposition. Der wichtigste Wert in Russland ist noch immer Stabilität." Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Aus den Blogs, 27.01.2012Carta ist wieder da! Das Blog war seit dem Tod Robin Meyer-Luchts nicht mehr aktiv. Aber es war immer als Autorenblog geplant, und nun haben Autoren es reorganisiert (mehr hier von Tatjana Brode). Wolfgang Michael stellt ein Flatrate-Modell aus der Slowakei vor: "Knapp drei Euro kostet es in der Slowakei, rund ein Dutzend Medien 'exklusiv' einen Monat lang zu lesen. Erfunden hat das Flatrate-System - eine gelungene Mischung aus App, Abo und Pay Wall - Thomas Bella. Seine Firma Piano Media organisiert die Flatrate so ähnlich wie Apple iTunes oder iBooks. 30 Prozent der Einnahmen verbleiben als Provision bei Piano Media, die restlichen 70 Prozent werden gemäß der Zeit, welche die Nutzer auf den Webseiten verbringen, an die angeschlossenen Medien ausgeschüttet." Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Die Welt, 27.01.2012Gutes Album, meint Christina Hoffmann über Lana del Reys Debütalbum "Born to die". Die Kritik an der Musikerin findet sie dagegen so vorhersehbar wie heuchlerisch: "Nach dem Hype folgen nun Hysteriekaskaden. Man versucht möglichst viel Lautstärke zu produzieren um ein paar Skandale: Sie war zuvor als Musikerin nicht erfolgreich! Hat sie etwa aufgespritzte Lippen? Damit wollen wir nichts zu tun haben! Unglaublich, sie kommt aus reicher Familie! Sie ist gar nicht wie J. Lo 'from the block'! Der immer gleiche Vorwurf an Lana del Rey in unterschiedlicher Ausformung: fehlende Authentizität. Dabei ist sie ein Popstar - ihre Aufgabe ist Inszenierung, und die beherrscht sie". Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 27.01.2012Die Globalisierung zieht weiter: Chinas regionale Metropolen wie Chengdu oder Chongqing haben von der rabiaten Modernisierung bisher kaum profitiert. Jetzt schlägt ihre Stunde als Superbilligkonkurrenz, berichtet Werner Girgert: "Der Computerchip-Hersteller Intel hat sich 2003 für Chengdu entschieden und seither rund 400 Millionen Euro in seinen neuen Produktionsstandort investiert. Der Apple-Zulieferer Foxconn, der immer wieder wegen miserabler Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen gerät, verzichtete auf eine Erweiterung seines Standorts in Shenzhen und lässt seine iPads seit Herbst 2010 in Chengdu zusammenbauen. Denn in der Hauptstadt der Provinz Sichuan liegen die Lohnkosten im Schnitt um rund ein Viertel niedriger als in Küstenstädten wie Shenzhen oder Shanghai, wie das McKinsey Global Institute ermittelt hat." Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Die Tageszeitung, 27.01.2012Klaus-Helge Donath klärt über den Kreml-treuen Satellitensender RT auf, bei dem Wikileaks-Gründer Julian Assange ab März zehn Interviews "mit politischen Schlüsselfiguren, Intellektuellen und Revolutionären aus aller Welt" führen will: "Die russischen Journalisten wurden von den Kremlpropagandisten handverlesen und auf unbedingte Loyalität geprüft. Die ausländischen Mitarbeiter stellen einen seltsamen Mix aus Abenteurern, unerfahrenen Berufsanfängern, Ahnungslosen, ausgemusterten Westjournalisten oder Geldkarrieristen dar." Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Süddeutsche Zeitung, 27.01.2012Jens-Christian Rabe hört sich rasch satt am Debütalbum des YouTube-Popstars Lana del Rey. Dafür stört ihn aber doch umso mehr die "erzkonservative Männerphantasie", die der ringsum sorglos bejubelten Veröffentlichung zugrunde liege: "Wir sehen: ein Exemplar aus dem Menschenzoo. Wir hören: eine starke Frau, die so weit sediert wurde, dass sie ihrem Mann nicht mehr gefährlich werden kann. Er kann sich furchtlos mit ihrer Aura schmücken." Neue Zürcher Zeitung | Aus den Blogs | Die Welt | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2012Eine allzu pauschale Kritik an der chinesischen Kulturoffensive in diesem Jahr, die Ende Januar mit einem großen Konzert in Berlin beginnt, findet Mark Siemons den einzelnen Künstlern gegenüber ungerecht: "Nicht jeder, der schweigt, ist ein Büttel des Systems." Frank Schirrmacher bereitet auf die heutige Rede von Marcel Reich-Ranicki im Bundestag vor. Peter Urban-Halle stellt den dänischen Autor Herman Bang vor. Cornelia Ganitta erhofft sich von einem neuen, niederländischen Film über Walter Süskind, dass dieser den Retter tausender Juden im "Dritten Reich" in Deutschland bekannter macht (hier dessen niederländischer Wikipedia-Eintrag, einen deutschen gibt es nicht). Hannes Hintermeier schwelgt in süßen Erinnerungen an Helmut Dietls Münchner TV-Klassiker "Kir Royal", dessen quasi Berliner Fortsetzung "Zettl" (von Andreas Platthaus auf derselben Seite enttäuscht beseufzt: "Hinter tausend Figuren keine Welt") jetzt anläuft. Hans Rudolf Vaget präsentiert einen bislang verschollen geglaubten Brief Thomas Manns an den Komponisten Roger Sessions über den "Faustus". Dieter Bartetzko schreibt den Nachruf auf den Schauspieler Vadim Glowna. | |