Im Ententeich: Redaktionsblog

Perlentaucher-Autor Götz Aly erhält den Börne-Preis

Von Thierry Chervel (29.02.2012, 15:02)

Götz Aly erhält den Börne-Preis, meldet die Jüdische Allgemeine. Der Berliner Historiker und Essayist zeichne sich aus durch "seinen freien und glänzenden Stil" sowie "seinen Kampf gegen nationale Legenden und Vorurteile", so der Preisrichter Jens Jessen, Leiter des Zeit-Feuilletons. Der Preis, einer der wichtigsten in Deutschland im Bereich der Essayistik und Kritik, wird von der Ludwig-Börne-Stiftung vergeben und ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird am 3. Juni in der Frankfurter Paulskirche überreicht. "Mit besonderer Unerschrockenheit" habe Aly in seinen Büchern und Aufsätzen "auf die wirtschaftlichen und finanziellen Motive der deutschen Antisemiten aufmerksam gemacht", heißt es in der Begründung.

Der Perlentaucher teilt diese Ansicht und gratuliert! Aly hat auch im Perlentaucher einige seiner stets scharfsinnigen und ungemütlichen Artikel veröffentlicht. Hier einige Links zu seinen Perlentaucher-Artikeln - und zu einer Leseprobe seines Buchs "Hitlers Volksstaat".
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Stichwörter: götz aly, ludwig-börne-preis

Diesen Kuss der ganzen Welt

Von Thierry Chervel (16.02.2012, 11:02)

Allenthalben wird in den deutschen Zeitungen mal wieder das "geistige Eigentum" verteidigt. Aus dem Internet schlägt diesen Artikeln, anders als zur Zeit der Print-versus-Blog-Debatte kaum mehr Widerstand entgegen – zumindest publizistisch nicht, denn natürlich sind die Artikel in den Zeitungen selbst Reaktion auf den erfolgreichen Protest gegen Acta.

Fassen wir zusammen, wo überall das "geistige Eigentum" in Anschlag gebracht wurde. Zunächst natürlich im Handelsblatt-Artikel des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling, der geradezu triumphierend den Sieg der wirklichen Welt über das Internet annoncierte. Darauf ergoss sich ein internettypischer Shit Storm über Heveling, der zeigte, dass auch die meisten Netzaktivisten nach dem üblichen Links-Rechts-Schema funktionieren. Heveling ist CDU, also meint man, er stehe für die Unfähigkeit der "Rechten", sich den neuen Gegebenheiten anzubequemen.

Aber es steht noch schlimmer um diese Debatte: Die Frage Pro oder Kontra Netz und Pro oder Kontra "Geistiges Eigentum" wird nicht entlang parteipolitischer, sondern sozialer Positionen beantwortet. Es ist wichtig zu verstehen, dass sich die Konfliktlinien in Internetdebatten durch alle politischen Richtungen ziehen. Es gibt Internetfeinde in der klassischen wie ökologischen Linken, bei den Liberalen und den Konservativen.

Wer in einer Zeitung gutes Geld verdient, wird verständlicher Weise ihre traditionelle Position verteidigen. Auch der Linke … mehr lesen


Stichwörter: Digitalisierung, Geistiges Eigentum, Urheberrecht

Diskussion mit Boualem Sansal

Von Thierry Chervel (08.02.2012, 10:02)

Bild zum ArtikelAm 20. Februar werde ich mit Boualem Sansal im Auswärtigen Amt diskutieren. Es geht um seinen Roman "Harraga", die Lage der Frauen in den arabischen Ländern und die Figur des "Harraga", also des afrikanischen oder arabischen Flüchtlings, der von Europa träumt.

In der Ankündigung des Auswärtigen Amts heißt es:

"In seinem Roman 'Harraga' thematisiert Boualem Sansal die Rolle der Frauen in islamisch geprägten Gesellschaften und die Lebensumstände der perspektivlosen, illegalen Flüchtlinge aus Nordafrika. Lamia, die Protagonistin des Romans, arbeitet als Kinderärztin in einem trostlosen Krankenhaus in Algier. Die Abende verbringt sie allein in ihrem alten Haus und hängt Erinnerungen nach. Von ihrer Familie ist nur ihr Bruder Sofiane geblieben, doch dessen Spur verliert sich auf dem Weg ins 'Gelobte Land' Europa. Alles ändert sich mit dem Tag, an dem Chérifa vor der Tür steht: 16 Jahre alt, schwanger, ohne Zuhause. Lamia ist entsetzt − Chérifa schert sich einen Teufel darum, was ein junges Mädchen in der arabischen Welt tun darf. Sansals Hommage an die Frauen ist die vitale Geschichte zweier Heldinnen des Alltags."

Am Montag, den 20. Februar 2012 um 19 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Auswärtiges Amt
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Stichwörter: Boualem Sansal

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